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Durch Johanna am 10.08.2018

Treffen mit Florence Arrighi, Künstlerin

Für die Autodidaktin ist keine Ausdrucksform tabu...

Florence Arrighi ist mit Leib und Seele Künstlerin. Sie ist voller Leidenschaft und entschlossen, ihre Träume hundertprozentig auszuleben. Sie erzählt uns über ihre Region sowie ihren Alltag und gibt uns einige Geheimtipps.

ERZÄHLEN SIE ETWAS ÜBER IHRE KUNST  

Meine Kunst ist farblich und sicher auch ihrer Beschaffenheit nach von dem Ort durchdrungen, an dem ich lebe, denn Mineralwelt und Meer sind in ihr allgegenwärtig.

 Ich bin Autodidaktin und nehme mir daher die Freiheit jedmöglicher Art der Ausdrucksform: Assemblage-Skulpturen, Gemälde mit unterschiedlichen Materialien, Fotos, Schreiben, Land Art... 

 

 WO KANN MAN IHRE WERKE SEHEN?

 

Vor allem findet man sie in der Galerie Nasce. Hier habe ich die Möglichkeit, uneingeschränkt ein dichteres Universum zu entfalten als jenes, welches auf meiner Website zu finden ist und welches man auf Instagram oder meiner Facebook-Seite mitverfolgen kann.

 

WIE SIEHT DAS LEBEN IN EINEM KLEINEN DORF WIE NONZA AUS?

In Nonza ist das Leben sanft und gleichzeitig auch rau. Wir durchleben, wie so viele Orte in Korsika, die Leere des Winters und die Fülle des Sommers. 

Man entwickelt eine spezifische Lebensweise, wonach die Freude und der Wunsch in Ruhe zu leben, d. h. gemeinsam unter Einheimischen und eins mit den Naturelementen, Hand in Hand mit den Bedürfnissen und der wirtschaftlichen Realität geht, die uns zwingen, aus unserer winterlichen Selbstgenügsamkeit auszubrechen, um uns mehr oder weniger gerne auf den Touristenstrom vorzubereiten, dem wir nicht immer entsprechend angepasst sind - weder mental noch strukturell.   

Glücklicherweise folgt das alles mehr oder weniger dem natürlichen Rhythmus der Jahreszeiten. 

 

IN WELCHER WEISE INSPIRIERT SIE KORSIKA?

Korsika inspiriert mich in seinem Inseldasein, denn es konfrontiert uns mit zwei Verhaltensweisen: einerseits dem Risiko, uns in eine vertraute Komfortzone zurückzuziehen und andererseits der Notwendigkeit, geboren zu werden. Korsika spricht zu mir von der weiblichen Kraft und der Mütterlichkeit - im wunderbaren wie auch im furchterregenden Sinn. Jeder muss für sich selbst herausfinden, wie er aus dem schützenden Bauch herauskommt und zu einem freien Mann bzw. einer freien Frau wird.

Was mich betrifft, so glaube ich, dass ich mein Medium gefunden habe. 

 

WIE WÜRDEN SIE DAS CAP CORSE MIT EIN PAAR KURZEN WORTEN BESCHREIBEN?

Das Kap ist voller klimatischer und geografischer Kontraste. Es ist ein Ort voller Kraft und Energie, der - so hoffe ich - noch lange Zeit hindurch ein Rätsel für uns bleiben wird. Winde und Stürme wehen hier mit der gleichen Gewalt, mit der sie dann auch nachlassen und sie tragen in sich die gleiche Macht wie die Ruhe, die zwischen diesen Sturmphasen herrscht.

 Das Kap hat zwei Gesichter. Sein freundliches Gesicht der Ostküste zeigt sich von einer humaneren Seite, die auch bezüglich Infrastruktur besser ausgestattet ist. Hier schlängeln sich die Straßen im energievollen, hellen Licht der aufgehenden Sonne direkt am Meer entlang. Die kargere und wildere Westküste dagegen, an der man sich immer mit Blick auf das Meer und manchmal auch mit etwas Schwindelgefühl an einem Felsvorsprung festklammert, zeigt ein finstereres Gesicht, von dem man sich aber anschließend dank der magischen Sonnenuntergänge in den vielen kleinen Buchten rasch erholt.   

 

SIE LEBEN DAS GANZE JAHR ÜBER AUF CAP CORSE - VERRATEN SIE UNS DOCH EINIGE ORTE, DIE MAN UNBEDINGT GESEHEN HABEN SOLLTE 

Außerhalb des Sommers kann man auf dem Kap herrliche Wanderungen unternehmen. Persönlich wähle ich gerne, je nach Lust und Laune, einen der Wege, die von Nonza nach Olmeta und nach Olcani führen. Mein absoluter Lieblingsweg ist jedoch der „Sentier des Douaniers“ (dt. Zöllnerpfad) in Macinaggio im Winter, aufgrund seiner Mineralienvielfalt und klaren Landschaft. Darüber hinaus sollten Sie auch unbedingt den Tour de Sénèque besuchen. Von seiner Spitze aus hat man eine 360° Aussicht auf beide Seiten des Kaps.

  Und zuletzt, um den Entdeckungsdurst wirklich aller zu stillen, kann ich nur noch die hübsche Fremdenführerin Eve von Nonza empfehlen, auf deren Webseite Ame-Nomade ein umfassendes Angebot an Themenwanderungen zu finden ist. 

 Ich möchte das Kap jedoch nicht auf einige wenige Orte reduzieren, die von allen aufgezählt werden, nur weil sie sie flüchtig gesehen haben. Für mich ist jeder Ort, der sich nur einige wenige Kilometer außerhalb von Nonza befindet, bereits eine andere Welt, deren Reichtum es in aller Ruhe und tagtäglich zu erforschen gilt, wenn man auch nur einen Hauch ihres Wesens erahnen möchte. 

Ziel