Cap Corse – Roger Filippi, Präsident des Vereins „ l'Amichi di u Rughjone“ (dt. „Freunde der Erneuerung”) spricht über die Halbinsel
Ein anderer Blick auf Cap Corse... In einem Interview erzählt Roger Filippi, Präsident des Vereins „l'Amichi di u Rughjone“, von authentischen, fast noch geheimen Orten auf der Halbinsel.
Seit bald 30 Jahren ist Roger Filippi Präsident von „l’Amichi di u Rughjone“ (dt. „Freunde der Erneuerung”) in Luri auf Cap Corse. Der Verein entstand aus seiner Leidenschaft für seine Heimatregion, aber auch und vor allem aus dem Willen heraus, das natürliche und bauliche Erbe Korsikas zu bewahren.
Zu den Aufgaben des Vereins gehören der Umweltschutz, die Wiederherstellung, Verwaltung und Gestaltung des ländlichen Raums sowie die Unterstützung junger Menschen beim Berufseinstieg.
Ein konkretes Ergebnis der Arbeit Roger Filippis und seines Teams ist beispielsweise die Schaffung der „Sentiers de la mémoire“ (dt. „Gedächtniswege“), die die Dörfer der Halbinsel miteinander verbinden – Inselbewohner nutzen sie, um sich ihrem Erbe (wieder) anzunähern, und Touristen, um die unberührten, authentischen Seiten Korsikas zu entdecken.
Außerdem ergreift der Verein Maßnahmen zur Wiederherstellung der Landschaft: Steinmauern und Obsthaine wurden instandgesetzt, Gestrüpp entfernt, Gesundheitslehrpfade, Kurse für Kinder und Baumschulen wurden geschaffen. Aktionen zur Sensibilisierung für Umweltschutz und Brandrisiken wurden durchgeführt und Baustellen mit jungen Freiweilligen geleitet. Viele weitere Projekte können Sie auf der Vereins-Website einsehen.
Wie würden Sie Ihre Region in wenigen Worten beschreiben?
Cap Corse ist die von der Immobilienspekulation am wenigsten betroffene bewohnte Mikroregion an der Küste. Hier macht es noch Freude, am geschützten Küstenstreifen entlang spazieren zu gehen, den Kontrast von Meer und Bergen und die Düfte der Macchia zu genießen. Die Bewohner dieses winzigen Stücks Erde sind durch Geschichte und Blutsverwandtschaft mit dem südamerikanischen Kontinent verbunden. Als Abenteurer sind sie dort im 19. Jahrhundert zu Reichtum gekommen und kamen manchmal auf ihre Insel zurück, um hier Häuser (Palazzi) und prächtige Grabstätten zu erbauen, die heute zu besichtigen sind und zum Kulturerbe gehören.
Vor dem Besuch auf Cap Corse lassen wir uns von Roger Filippi ein paar Ratschläge geben...
Welche 3 symbolträchtigen Orte muss man auf Cap Corse gesehen haben?
Auf der „Torra di Seneca“, dem Seneca-Turm auf einer Bergspitze von 560 Metern, kann man bei klarem Wetter die zwei Seiten des Caps ausmachen. Es ist ein historischer Ort: Der Genueserturm wurde auf den Ruinen des Schlosses „Castellu dei Moti “ (11. Jahrhundert) errichtet, welches seinerseits auf einer alten römischen Festung (Exil Senecas) gebaut wurde. Außerdem das Bergdorf Ruglianu, ehemaliger Sitz der Vögte und Herrensitz der Genueser Familie Da Mare (Schloss San Colombanu), sowie Cinturi – ein typischer Fischerhafen des Caps, der an die Berufe Seemann und Fischer erinnert, welche die Capbewohner seit der Antike traditionell ausüben.
Welche Jahreszeit mögen Sie auf Cap Corse am liebsten? Warum?
Der Winter ist eine Jahreszeit, die man im engsten Kreise der Familie verbringt: Man setzt sich vor dem Kamin zusammen und genießt heimische Spezialitäten wie die Figatellu-Wurst, Pulenta, die Pfannkuchenspezialitäten Nicci und Migliaccioli, Fasgiole (gegrillte Maronen) oder Ballote (Maronen in Fenchelsud).
Ein Satz, der Ihre Region treffend beschreibt?
Capi corsu ghjè l’isula ind’è l’isula – Cap Corse ist die Insel in der Insel, in Bezug auf Geschichte, Menschen und Natur.
Sie möchten mehr über den Verein erfahren?
Verein l’Amichi di u Rughjonu
Campu
20 228 LURI
0033 4 95 35 01 43
Facebook : l’Amichi di u rughjone